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Deutsche Wiedervereinigung

Die Wiedervereinigung

Die Wiedervereinigung vom 3. Oktober 1990

Der 3. Oktober ist seit der Wiedervereinigung ein gesetzlicher Feiertag und gilt als deutscher Nationalfeiertag. Zu Beginn wurde diskutiert, ob nicht der 9. November als Feiertag eingefhrt werden soll. Da dies jedoch auch der Tag der Reichspogromnacht 1938 ist, wurde die Idee verworfen und als ungeeignet bezeichnet. Anfang 1990 einigten sich die Regierungen aus Bonn, Washington und Moskau auf eine Wiedervereinigung. Haupgrund fr die Wiedervereinigung war die schlechte wirtschaftliche Situation in der DDR - sie war pleite und auf finanzielle Hilfe aus dem Westen angewiesen. Auch die Demonstrationen der DDR-Brger hatten einen groen Einfluss auf die Entscheidung der Wiedervereinigung. Bundeskanzler Kohl wollte die Wiedervereinigung so schnell wie mglich durchziehen und plante deswegen eine Wirtschafts-, Whrungs- und Sozialunion. Eine groe Untersttzung waren zustzlich die Volkskammerwahlen, bei denen die Mitglieder der DDR Parteien und der Allianz fr Deutschland ein Wahlbndnis formten. Somit wurde die Innenpolitik in der DDR stark beeinflusst. Finanzhilfen fr die Regierung Modrow wurden dabei abgelehnt.

Auch die Vereinigten Staaten wollten so schnell wie mglich die Wiedervereinigung Deutschlands. Groen Einfluss fr diese Entscheidung hatte aber Michail Sergejewitsch Gorbatschow, der den Kalten Krieg beendete und dem an Ende auch die Wiedervereinigung zu verdanken ist. Ihm war klar geworden, dass die katastrophale Situation der DDR und das Massendemonstrieren die Sowjetunion immer mehr unter Druck setzte. Aus diesen Grnden fhrte Gorbatschow das Selbstbestimmungsrecht in der DDR ein.

Fr die Bundesregierung waren eine Einheit und die Selbstbestimmung Deutschlands geplante Ziele, weshalb die vier Mchte in Deutschland abgeschafft werden sollten. Dabei sollte die Sowjetunion abgekapselt werden und die Vereinigten Staaten sollten ihre Stellung in der Innen- und Auenpolitik von dem Plan der Wiedervereinigung getrennt halten.

Im Mrz 1990 hat die Allianz fr Deutschland die Wahl gewonnen. Nach diesem Wahlsieg wurde der Plan der Wirtschafts-, Whrungs- und Sozialunion ab Mitte Mai in die Tat umgesetzt, was der DDR groe Hilfe versprach und garantierte. Ein wichtiger Punkt der Wiedervereinigung war die Einfhrung der Deutschen Mark in die DDR am 1. Juli 1990. Auenstehender Lnder wurden bisher ber die Einigung rausgehalten, was bei den Verhandlungen ber den Einigungsvertrag nicht mehr funktionierte. Im Mai 1990 hatte Gerhard Schrder die Landtagswahl gewonnen, was dazu fhrte, dass die Stimmenmehrheit in den Lndern, wo CDU und CSU regierten, nachlie. Zustzlich waren die Stimmen der SPD fr den zweiten Staatsvertrag ntig, um die Einigung vollstndig durchsetzen zu knnen. Jede weitere Regelung wurde mit der SPD abgesprochen und beschlossen.

Die Bundesregierung wollte nur das Ntigste an der Verfassung ndern und anpassen, whrend die Opposition eine berarbeitung des Grundgesetztes forderte. Spter wurde nach anstehenden Konflikten ber die Finanzierung fr eine Lnderfinanzausgleichung abgestimmt. Am 23. August 1990 wurde von der Volkskammer der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes beschlossen. Dabei wurde der 3. Oktober offiziell als Beitrittsdatum festgelegt. Wenige Tage spter wurde der Einigungsvertrag unterschrieben. Etwa zwei Wochen spter wurde in Moskau der Zwei-plus-Vier-Vertrag unterzeichnet. Das Inkrafttreten und Bekanntgeben des Vertrages dauerte bis zum 2. Oktober an, weshalb der 3. Oktober der offizielle erste Tag der Wiedervereinigung ist. Die vier Mchte gaben ihre Rechte ber Deutschland auf.

Im Land selbst versammelte sich, spt abends am 2. Oktober, eine riesige Menschenmenge. Auf dem "Platz der Republik" warteten die Brger auf das Verknden der Wiedervereinigung. Um 12 Uhr nachts wurde die Bundesflagge gehisst, begleitet vom Luten der Freiheitsglocke. Nachdem der Bundesprsident Weizscker eine kurze ffentliche Rede hielt, wurde im Anschluss die deutsche Nationalhymne gesungen und ein groes Feuerwerk prsentiert. Am Tag des 3. Oktobers wurden von Weizscker, aber auch DDR-Politikern Reden gehalten.

Die Wiedervereinigung brachte aber auch Probleme mit sich. Schon whrend die Deutsche Mark in der DDR eingefhrt wurde kam es zu finanziellen Schwierigkeiten. Whrend der Westen eine Marktwirtschaft fhrte, wurde im Osten Deutschlands eine Planwirtschaft betrieben, der Staat gab also Anweisung wie viel produziert werden sollte. Die Menschen in der ehemaligen DDR hatten groe Schwierigkeiten gegen ihre Konkurrenz in anderen Lndern anzukommen. Zustzlich war die Leistungsfhigkeit viel geringer als im Westen, aber Arbeitslhne und Arbeitsniveau wurden dem Westen angepasst. Westliche Unternehmen haben Firmen im Osten bernommen, da sich die Arbeitgeber nicht mehr auf dem wirtschaftlichen Markt durchsetzen konnten. Mit der Zeit wurde ein Ungleichgewicht zwischen Westen und Osten festgestellt, was mit Steuerzahlungen ausgeglichen werden sollte. So konnten Brger aus Ostdeutschland Produkte aus dem Westen mit westdeutschen Steuergeldern bezahlen. Der Umsatz blieb also im Westen Deutschlands. Der Schuldenberg stieg immer weiter an, weshalb Spargesetze veranlasst wurden, was aber auf Proteste traf. Brger hatten ihre Hoffnung immer mehr auf die SPD gesetzt, sie glaubten an weniger Arbeitslosigkeit und soziale Gerechtigkeit. Insgesamt wurden die wirtschaftlichen Plne fr Ostdeutschland als unberlegt und berstrzt angesehen.

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